Ein Seniorennotrufknopf – es gibt bestimmt kompetentere Bezeichnungen – muss her. Nein, bei mir ist es noch nicht so weit. Bis dahin erwarte ich die passende Android-App.
Bei der gesuchten Dienstleistung muss natürlich auf lokale Anbieter zurückgegriffen werden, denn wenn der Notruf mal ausgelöst wird, wäre ebenfalls eine äußerst lokale Hilfestellung erfreulich.
Da die Google-Suche zu keinem eindeutigen Ziel führte, blieb mir nur übrig, die üblichen Verdächtigen vor Ort anzusprechen: Diakonie, Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt (AWO). Und tatsächlich, alle haben schon E-Mail. Umso ernüchternder war dann die Feststellung, dass zwei von drei Anbieter damit nicht umgehen können. Denn, Ihr lieben Dienstleister, wenn ich eine Mail schreibe, möchte ich voraussichtlich auch eine detaillierte Erstauskunft ebenfalls via Mail erhalten. Der gescheiterte Versuch eines Anrufs reicht nicht.
Der Dienstleister muss in diesem Fall natürlich keine digitale Kommunikationskompetenz beweisen. Trotzdem könnte ich als Kunde auf die Idee kommen, hier den Maßstab für generelle Kundenfreundlichkeit anzusetzen und die kann in diesem Fall sogar überlebenswichtig sein. Es ist also ein indirekter Test, den nur die örtliche AWO bestanden hat. Nach kurzer Zeit meldete sich der Leiter der Sozialstation per Mail und gab detaillierte Auskünfte. Vorbildlich! Meine Unsicherheit bei dieser Dienstleistung ist dennoch das Glück der anderen Anbieter: Ich brauche Vergleichsangebote. So gilt dann auch leider für mich, dass ich mich als Auskunftssuchender gefälligst an die Bürozeiten des Dienstleisters zu richten habe – also erstmal bis Montag warten. Dann habe ich eventuell das Glück, auch von den zwei anderen Anbietern Auskünfte zu bekommen. Kommunikation wie in der guten alten Zeit.
Ein ähnliches – eigentlich noch absurderes – Beispiel, weil man hier digitale Kompetenz erwarten sollte: Wenn ich meinem DSL-Provider eine Mail schicke, bekomme ich grundsätzlich immer zwei bis drei Tage später eine Antwort per Anruf.






