Twitter und Social Bookmarking
Darf man noch straffrei den abgenutzten Begriff “Web 2.0″ verwenden? Wenn ja, dann begann für mich persönlich das Web 2.0-Zeitalter – sieht man mal vom Bloggen ab – mit “Social Bookmarking”, genauer mit Delicious. Aber was ist oder war bis jetzt daran “social”? Jeder kann sehen, was ich öffentlich bookmarke. Mehr nicht. Es fehlt also das Kommunikative beim Social Bookmarking. Jeder wurschtelt mehr oder weniger vor sich hin und das war es auch schon fast. Dass man bei Mister Wong in Gruppen Bookmarks taggen kann und sich bei Delicious innerhalb des eigenen Networks Links zuschieben kann, ist vielleicht noch gelegentlich nützlich. Lebensnotwendige Features sind das aber nicht. Muss man deswegen öffentlich bookmarken und seine Bookmarks einem externen Dienstleister anvertrauen? Da darf man dann schon fast den Sinn solcher Bookmarking-Dienste hinterfragen.

Delicious und Twitter
Das machen offenbar auch die Anbieter, indem sie nun ihre Dienste für Twitter öffnen. So entsteht tatsächlich wieder ein Hauch von “social”. Bei Mister Wong ist es schon seit längerer Zeit möglich, Bookmarks beim Taggen auch gleichzeitig an den eigenen Twitter-Account zu senden. Delicious zog vor ein paar Tagen nach.
Trotzdem unterscheiden sich die Möglichkeiten grundlegend. Während man bei Mister Wong von Bookmark zu Bookmark neu entscheiden kann, ob man ihn twittern will, muss man es offenbar bei Delicious pauschal festlegen. “Offenbar”, weil es mir mit unterschiedlichen Twitter-Accounts noch nicht gelungen ist, via Delicious einzuloggen. Bei Mister Wong kann man zudem einen Kommentar hinzufügen.
Ist einem also das Twittern beim Taggen von Bookmarks wichtig, hat Mister Wong auch hier im Moment die Nase vorn. [Nachtrag (08.08.2009): Delicious kann doch in allen Kriterien mit Mister Wong mithalten, sh. Kommentar #3).
Fazit: Die eierlegende Wollmilchsau, die Twitter-Funktionen und Bookmarking unter einem Dach anbietet gibt es bis jetzt noch nicht, jedenfalls nicht mit ansprechender Frequentierung. Also muss man sich selbst die geeignete Kombination zusammenstellen und da ist die Synthese aus Mister Wong und Twitter zur Zeit wohl die bestmögliche.
Im Moment nutze ich sowohl Mister Wong für die Medienarbeit als auch Delicious für alle anderen Links.












Nette Funktion – habe diesen Artikel testweise mal via Delicious/Firefox getaggt und gleichzeitig an Twitter gesandt. Funktioniert wohl inzwischen. Die Funktion gibt es aber noch nicht so lange, oder?
Ist mir jedenfalls jetzt erst aufgefallen, dass es im unteren Teil des Popups diesen zweiten Reiter “send” gibt.
Die URLs werden auch gleich “gekürzt”: http://icio.us/5gtrsb
Cool!
Netter Artikel. Wobei ich eigentlich dazu tendiere Wong und Delicious abgrund tief nicht zu mögen
Die ganze Hysterie rund um Twitter erschließt sich mir allerdings auch (noch) nicht so
@Marc: Da muss ich mich gleich mal korrigieren (wie gesagt, gestern + vorgestern funktionierte die Twitter-Funktion bei Delicious nicht – daher wusste ich es nicht besser). Es ist also doch möglich, von Bookmark zu Bookmark neu festzulegen, ob man ihn twittern will oder nicht. So gesehen sind die Funktionen bei Delicious und Mister Wong gleichwertig.
).
Bei MW werden die URLs auch automatisch gekürzt (“wong.to/usw”
@Jan: Ah, o.k. – wie gesagt, ich hatte das neue “Feature” erst nach Deinem Beitrag hier entdeckt und dann auch gleich ausprobiert. Man muss aber inzwischen(siehe Posterous) schon ganz schön aufpassen, dass man nicht irgendwann eine “Autoschleife” generiert: automatisches Update bei Posterous -> automatisches Update an Delicous -> automatisches Update an Twitter -> automatisches Update an Posterous -> go to “automatisches Update an Delicious”…
@holger: jetzt, nach Aufruf Deiner Webseite, verstehe ich Deinen Kommentar.