zensurm

16. Oktober 2011
von Jan Knöttig
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Zensur ist keine Lösung

Wenn ein Artikel mit einer rechtfertigenden Entschuldigung für die danach folgenden Thesen beginnt, stelle ich fast immer das Lesen ein. Sich für ein paar robustere Mitteilungen vorab zu entschuldigen ist jämmerlich und macht unglaubwürdig. Irgendwas muss mich trotzdem dazu bewogen haben, Jakob Augsteins SPON-Beitrag Moralischer Notstand weiter zu lesen.
Umso interessanter ist es, einige Tage später zu erfahren, dass der Autor die einleitende Entschuldigung (“Gewalt ist keine Lösung”) für seinen Artikel gar nicht selbst verfasst hat. “Die Kollegen in Hamburg haben ihn reingeschrieben”, so Augstein.

Nicht nur das Schwärzen von Passagen in einem Artikel, sondern auch das Hinzufügen von sinnentstellenden Phrasen ist Zensur. Warum so ängstlich, SPON?

13. Oktober 2011
von Jan Knöttig
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Kurz mitgeteilt

Der Name ist selbsterklärend und daher darf ich mich kurz fassen. Hier werden ab sofort Schnippsel veröffentlicht, die zu schade für Twitter, jedoch zu kurz für ein Magazin sind. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, sollte sich ein kostenfreies Abonnement schnappen: RSS * Facebook * Twitter
Die alten Webthemen-Artikel zwischen 2004 und 2011 werden hier ebenfalls geparkt.

Diaspora_dandy_logo

1. August 2011
von Jan Knöttig
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Das Netz muss wieder dezentraler werden

Der 01. August ist der Webthemen-Geburtstag und kein schlechter Anlass für eine Wortmeldung. Sieben Jahre sind seit dem ersten Eintrag vergangen und das digitale Leben ist in dieser Zeit vielseitiger, aber auch komplizierter geworden. Wo befindet sich meine eigentliche digitale Residenz? Bei Facebook, bei Twitter oder bei Google Plus? Überall gleichzeitig? Ist bloggen mit eigenem Webspace und eigener Domain überhaupt noch zeitgemäß?

Die sozialen Netzwerke bereichern das Netz, zentralisieren es aber auch und sie machen uns abhängig.

Bereicherung

Vor sieben Jahren gab es eine überschaubare Anzahl von Bloggern und entsprechend nahmen nur wenige Menschen am aktiven digitalen Leben teil. Über so etwas wie “digitale Demokratie” sprach noch niemand. Im Gegenteil, wurden Blogger ausnahmsweise mal wahrgenommen, wunderte man sich über die seltsamen “Tagebuch”-Schreiber im Netz. Etablierte Medien durchleuchteten ausschließlich die vermeintliche Gefahr, da “solche Weblogs schnell Falschmeldungen im Umlauf bringen” könnten.
Ja, Mitte des letzten Jahrzehnts lebten wir in einer anderen Welt, um nicht zu sagen: In einer skurrilen. Netzpolitik.org, Spreeblick und anderen sei Dank befinden sich viele Blogs anno 2011 auf Augenhöhe mit den Alt-Medien im Netz.

Zentralisierung und Abhängigkeit

Zentrale Plattformen fördern die digitale Kommunikation. Meine Freunde und Kontakte muss ich nicht mehr suchen. Ich finde sie bei Facebook und Google Plus. Man kann auch nicht behaupten, dass Individualität verloren geht. Die 140 Zeichen-Beschränkung bei Twitter, die ich immer noch genial finde, zwingt zur Kreativität.
Dennoch ist das zentrale Netz ein heftiger Rückschritt in uralte Zeiten, als viele glaubten, das Netz bestünde nur aus ihrer T-Online- oder AOL-Software. Heute bewegen sich viele Ottonormal-Nutzer nur noch selten außerhalb der Facebooksphäre. Da waren wir vor einigen Jahren schon mal weiter. Mit unseren Blogs hatten wir überwiegend dezentrale Plattformen, die uns selbst gehörten und unter unserer Kontrolle standen. Zentrale Plattformen wie Technorati haben sie miteinander verknüpft, aber es gab nie die Zentrale, von der wir uns alle abhängig gemacht haben. Als Netzjunkies lassen wir uns vieles bieten und wir schenken Google und Facebook unsere Inhalte. Im Gegenzug greifen wir schnelles Feedback, von dem wir – seien wir doch mal ehrlich – alle abhängig sind, ab. Man muss knüppelhart arbeiten, bis ein eigenes Blog auch nur den Hauch eines ähnlichen Community-Charakters erfährt.

Zurück zum dezentralen Netz

Geschickt eingesetzt sind die Social Networks schöne Tools, die kein Nutzer mehr missen möchte. Jeder Netz-Nutzer mit höheren Ansprüchen sollte aber seine eigene Plattform nicht gänzlich vernachlässigen. Das Netz allgemein muss sich weiterentwickeln und dezentrale Formate entwickeln, die die Vorteile der zentralen Networks beinhalten. Vielleicht wird es ja irgendwann nochmal was mit Diaspora.

Artikelbild: Logo of Diaspora Project

19. Februar 2011
von Jan Knöttig
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Datenschutz: Für Webseitenbetreiber ein Risiko-Faktor

Ist eine IP-Adresse personenbezogen? Das ist die Frage, über die seit einiger Zeit zwischen Datenschützern und Betreibern von – vornehmlich großen – Webseiten gestritten wird. Die Frage kann man, wenn man es sich einfach machen möchte, klar verneinen. Man kann jedoch bei vielen IPs aufschlussreiche Informationen wie den Provider und den ungefähren Standort des Besuchers erfahren und so in einigen Fällen einer Personenidentifizierung nahe kommen. Es ist aber immer nur eine reine Spekulation, mehr nicht. Will man die Frage streng beantworten, ist eine IP-Adresse sowieso nicht personen-, sondern anschlussbezogen, was aber in vielen Fällen keinen Unterschied darstellt. Ungeachtet dessen hat der “Düsseldorfer Kreis” (oberste Aufsichtsbehörden für den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich) schon vor über einem Jahr festgelegt (PDF), dass die Speicherung von kompletten IP-Adressen ohne Einwilligung illegal ist. Weiterlesen →

16. Januar 2011
von Jan Knöttig
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Gute und schlechte Neuigkeiten

Gute Stimmung, gute Ideen, schlechter Zeitpunkt: Gut ist, dass die neuen Webthemen mit vielen weiteren Interviews kommen werden. Schlecht ist, dass im Moment nicht ausreichend Zeit vorhanden ist, um den Relaunch der Seite mit der notwendigen Sorgfalt umzusetzen.
Ich muss also nochmal um einige Wochen Geduld bitten und peile den Frühling (den kalendarischen wohlgemerkt, lasst Euch nicht durch diese seltsamen Temperaturen beirren!) als neuen Starttermin an.

Den Start erfolgreich vollzogen hat vor einer Woche politikblog.org als Diskussions- und Meinungsplattform. Schaut einfach mal rein und diskutiert mit uns!

medien

19. November 2010
von Jan Knöttig
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Der Unterschied zwischen Angst und Wirklichkeit

Wenn die Bundesregierung mal wieder die Terror-Angst schürt und innenpolitische Hardliner von SPD und CDU uns gar auffordern, “seltsame Menschen, die arabisch sprechen” zu melden oder “Handy- und Computerverbote” für sogenannte “Gefährder” fordern, dann – ja, dann sollte man sich erst recht bemühen, die richtigen Relationen nicht aus dem Auge zu verlieren. Der Unterschied zwischen Angst und Wirklichkeit:

(von Quarks&Co / WDR, via YouTube)

Ich sollte wirklich mal wieder Lotto spielen…

kamerateam

2. November 2010
von Jan Knöttig
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Kreativ und experimentierfreudig bei Filmen und Hörbüchern

Autor und Filmemacher: Sandor Papp

Autor und Filmemacher: Sandor Papp

Als Filmemacher produziert er unter anderem Unterhaltungsserien und Imagefilme für das Netz und als Hörbuch-Autor hat er kürzlich mit einem Team von Medienschaffenden das Projekt Der grüne Panther (Hauptgenre: Mystery) ins Leben gerufen: Sandor Papp, Jahrgang 1973, aus Oldenburg, arbeitet seit 1997 im Film- und Fernsehbereich.
Kreativität und Experimentierfreudigkeit kennzeichnen viele seiner Projekte. So ist für ihn ein Hörbuch nicht einfach nur eine vorgelesene Geschichte. Der Reiz liege darin, “Stimmungen nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit Sounds, Musik und Geräuschen zu erzeugen oder zu verstärken”. Doch zunächst sprechen wir über seine Tätigkeit als Filmemacher und seine Visionen in Bezug auf Unterhaltung und virales Marketing im Netz. Weiterlesen →

23. Oktober 2010
von Jan Knöttig
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Wir haben da mal ein paar Fragen…

Nach einer kurzen Unterbrechung ist webthemen.de ab heute wieder online. An Stelle des bisherigen Blogs entsteht hier eine neue Interview-Plattform. Befragt werden künftig Menschen, die kreativ oder in einer besonderen Weise aktiv im Netz tätig sind. Dabei werden viele Facetten von “Kreativität” durchleuchtet, um ein breites Spektrum der Netzkultur abzubilden. Mögliche Interviewpartner sind zum Beispiel Blogger, allgemein Medienschaffende, Designer, kulturell oder politisch Aktive, Künstler, Betreiber interessanter Netzprojekte oder auch Menschen, die außerhalb des Netzes tätig sind, aber diese Tätigkeit im Netz dokumentieren. Dabei wird immer das interessante Projekt und nicht der mögliche Promi-Faktor der Person im Vordergrund stehen.

Das erste Interview wird zur Zeit vorbereitet und erscheint am 01. November 2010. Nach Möglichkeit wird es in erkennbarer Regelmäßigkeit neue Interviews geben, wobei am Anfang nur ein Ein-Monats-Zyklus angepeilt wird. Ein neues Outfit wird es auch noch geben. Für eine kurze Übergangsphase wird das Theme verwendet, das auch zuletzt unter dieser Domain im Einsatz war. Die meisten Interviews werden in geschriebener Form präsentiert. Gelegentlich wird es aber auch Audio- und Video-Interviews geben.
Auch über Facebook und Twitter kann man webthemen.de verfolgen.

Anmerkung in eigener Sache: Das Blog von Jan Knöttig, das bis vor kurzem über webthemen.de erreichbar war, befindet sich jetzt auf knoettig.de (RSS-Feed / Twitter).

McAllister_David_2009

19. Oktober 2010
von Jan Knöttig
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Mangel an Distanz zwischen Medien und Politik

Wenn CDU-Ministerpräsident McAllister auf Seite eins der hiesigen Tageszeitung unter der Überschrift “Zeit für Gefühle” mit seiner kleinen Tochter kuschelt, mangelt es an der notwendigen Distanz zwischen Medien und Politik. Darüber sollte man sprechen, zum Beispiel im NeWZblog, ein auch sonst lesenswertes Watchblog für die Medien im Nordwesten.

Artikelbild (McAllister) von AxelHH (Wikipedia), gemeinfrei.