Visionen statt Angst

Donald Trump liefert Steilvorlagen am Fließband. Man könnte gerade so schön über den durchgeknallten Faschisten, der jederzeit einen Atomkrieg auslösen könnte, referieren. Drüben wird gepoltert, hier wird zurückgepoltert. Bäng! Zeigen, dass man Eier hat.
Die andere Möglichkeit: Zeigen, dass man Herz und Verstand hat. Ist viel anstrengender, bringt wenig Applaus, ist aber bitter nötig.

Die Antwort des Landes muss sein: „Noch mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Menschlichkeit!“

Das sagte der damalige norwegische Ministerpräsident Stoltenberg, kurz nachdem ein irrer Rechtsextremist 2011 ein sozialdemokratisches Feriencamp auf einer Insel überfiel und 77 Kinder und Jugendliche erschoss. Das ist eine der stärksten Aussagen eines Politikers, an die ich mich erinnern kann.

Ich frage mich, wo es aktuell hierzulande einen Stoltenberg gibt, der nicht nur besonnen, sondern vor allem konstruktiv und visionär reagiert? Wir haben einen polternden Sigmar Gabriel, eine schweigende Angela Merkel und einen den moralischen Zeigefinger hebenden Joachim Gauck, um nur unsere gegenwärtigen Repräsentanten zu benennen. Mehr ist da nicht. Kein Plan, keine Vision, dafür eine gewaltige Portion Angst. Angst vor Trump, Angst, das vermeintlich Falsche (oder eher: das Richtige) zu sagen und somit Angst vor der AfD.

Angstfrei macht es der kanadische Premierminister mit einer glänzenden Reaktion auf Trumps rassistische Einreiseverbote:

Genau die Reaktion, die ich mir auch hierzulande wünschen würde. Wenn schon die administrativ tätige Politik im Wahljahr nicht den Mut aufbringt, wäre das jetzt immerhin die Stunde der repräsentativen Politik. Hallo Schloss Bellevue!

1 Kommentar

  1. Haha, wenige Sekunden nach Veröffentlichung des Posts bekomme ich die Eilmeldung aufs Handy: „Merkel lehnt Trumps Einreiseverbote ab!“

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