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	<title>webthemen &#187; Tweets</title>
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	<description>Politik • Kultur • Medien</description>
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		<title>Twitter: Training mit 140 Zeichen</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 13:14:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Knöttig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Punktum!]]></category>
		<category><![CDATA[140 Zeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Tweets]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;What are you doing?&#8221;, fragte mich Twitter vor etwa drei Jahren zum ersten Mal und mir fiel keine intelligente Antwort ein. Damit hatte das Gezwitscher für mich bevor es überhaupt losgehen konnte ein jähes Ende gefunden &#8211; vorläufig. In der &#8230; <a href="http://webthemen.de/twitter-training-mit-140-zeichen.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;What are you doing?&#8221;, fragte mich Twitter vor etwa drei Jahren zum ersten Mal und mir fiel keine intelligente Antwort ein. Damit hatte das Gezwitscher für mich bevor es überhaupt losgehen konnte ein jähes Ende gefunden &#8211; vorläufig. In der Folgezeit festigte sich meine Meinung, dass Twitter überflüssig sei und sich sowieso nicht durchsetzen würde. Solange, bis der Hype, ausgelöst durch die Wahl von Barack Obama, auch bei mir ankam. Wenn ein großer Wahlkampf unter anderem mit Twitter erfolgreich gestaltet werden kann, fällt es schwer, einen solchen Dienst weiter zu ignorieren. So kam es dann, dass ich widerwillig in den sauren Apfel biss und mit dem Zwitschern anfing. Zunächst etwas hilflos entwickelte sich nach und nach Begeisterung. Dass man sich mit 140 Zeichen sogar über anspruchsvolle Themen äußern könnte, hielt ich für undenkbar. Aber es ging!<br />
<div id="attachment_275" class="wp-caption alignnone" style="width: 495px"><a href="http://mediathinking.de/wp-content/uploads/sm_twitter.jpg"><img src="http://mediathinking.de/wp-content/uploads/sm_twitter.jpg" alt="StopptMerkel @ Twitter" title="sm_twitter" width="485" height="147" class="size-full wp-image-275" /></a><p class="wp-caption-text">StopptMerkel @ Twitter</p></div><br />
Da vor einem Jahr auch in Deutschland ein Wahlkampf vor der Tür stand und wir mit einer Netz-Kampagne ein bisschen mitmischen wollten, begann hier das <a href="http://twitter.com/stopptmerkel">erste Experiment</a>. Schnell konnten Follower gewonnen werden und es gelang, die Aufmerksamkeit auf das <a href="http://www.stoppt-merkel.de/">Hauptprojekt</a> zu lenken. Gleichzeitig entwickelten sich über Twitter interessante Kontakte zu anderen Aktivisten im Wahlkampf, auch zu einigen von der &#8220;anderen&#8221; politischen Seite. Mit zündenden Themen konnte über Twitter für das eigene Anliegen effektiv geworben werden. <span id="more-262"></span></p>
<p>Wer allerdings Twitter als einseitiges PR-Instrument (miss-)versteht, mit dem man nur mal fix ein paar Marketing-Sprüche absondert, könnte auf die Schnauze fliegen. Das ganze Leben besteht aus Geben und Nehmen und so verhält es sich auch beim Zwitschern. Man muss Spaß an der Kommunikation mit anderen Twitterern haben, auf &#8220;Replies&#8221; achten, Fragen beantworten und auch mal andere User weiterempfehlen &#8211; Stichwort #FollowFriday -, wenn man sie interessant findet.<br />
Wirklich interessant ist bei Twitter nicht alles. Kritiker haben Recht, wenn sie meinen, dass die meisten Tweets (= einzelne Nachrichten bei Twitter) nicht von Qualität zeugen. Es stimmt, viele Twitterer schildern dort tatsächlich den ganzen Tag ihr unerträglich einfältiges Leben in vielen 140-Zeichen-Häppchen.<br />
Da ist Twitter eben auch nur ein Abbild der Gesellschaft, denn auch Gespräche auf dem Wochenmarkt oder im Café sind selten anspruchsvoll. Schaut man sich im Netz um, trifft man auf gruselige User beziehungsweise Trolle, die mit geballter Dummheit ganze Foren beherrschen. Leider gibt es weder auf den Straßen noch in gewöhnlichen Foren einen &#8220;unfollow&#8221;-Button, um alles Nervige dieser Welt nicht mehr sehen zu müssen. Twitter hat diesen Button. Das heißt: Ich entscheide selbst was ich mir antun möchte und was nicht. Ein großer Vorteil! Wenn man hier konsequent handelt, hat man eine &#8220;Timeline&#8221; (Tweets der Personen, denen man folgt, in chronologischer Reihenfolge) mit wertvollen Informationen, meistens mit weiterführenden Links, da man eben doch nicht jede Nachricht auf 140 Zeichen beschränken kann.</p>
<p>Einer meiner wichtigsten Twitter-Kanäle ist der des noch fiktiven Politikblogs, passenderweise auch <a href="http://twitter.com/politikblog">Politikblog</a> genannt. Der Standard-Tweet beschäftigt sich mit dem Artikel, den ich kurz zuvor gelesen habe und einer knappen Beschreibung. Es ist schon manchmal eine Kunst, große Artikel mit einem Satz so skizzieren, dass der dann auch noch das Interesse der Follower weckt. Das gelingt nicht immer, aber es ein gutes Training: Man muss Sachen auf den Punkt bringen und überflüssiges Geschwafel vermeiden.<br />
Neben dem Politikblog twittere ich auch in Anlehnung an dieses Blog unter dem Namen <a href="http://twitter.com/webthemen">webthemen</a>. Das soll dann der Account für alle anderen Themen sein, wobei ich private Geschichtchen gerne &#8211; wie auch sonst im öffentlichen Netz &#8211; vermeide. Ich bin uninteressant beziehungsweise ich habe kein Interesse, mich interessant zu machen. Trotzdem: Wer Spaß an Selbstdarstellung hat, ist bei Twitter auch gut aufgehoben. Es gibt eigentlich keine Grenzen und niemand geht anderen auf die Nerven, weil sich jeder selbst seine Kanäle aussucht. </p>
<p>Das, was ich anfangs schlecht fand, macht den Reiz aus: Die Begrenzung auf 140 Zeichen, selbst beim Profil muss man sich kurz fassen. Sollte Twitter daran mal etwas ändern und versuchen, ein zweites Facebook zu werden, dürfte das der Anfang vom Ende sein. </p>
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